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Stil und Gestaltung

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelten sich Gestaltungsformen für den Bonsai, die heute noch relevant sind.

Bonsai können aus Sämlingen, aus Jungpflanzen und aus in der Natur gesammelten Pflanzen (Yamadori) geformt werden. Oft eignen sich auch Baumschulpflanzen, oder sog. Containerpflanzen aus dem Gartencenter.

Der regelmäßige Schnitt sorgt für einen kompakten Wuchs. Das Entfernen der Pfahlwurzel fördert die Verzweigung des Wurzelballens, der daher auch in kleinen Schalen keinen Mangel leidet. Außer durch die traditionelle Methode des "Zurückschneidens und Wachsenlassens" kann man die Äste auch durch Spanndrähte formen (traditionell wurden Palmfaserschnüre verwendet), neueren Datums ist die Methode der Drahtung. Dazu werden der Stamm, die Äste oder die Zweige (je nachdem, welchen Teil des Baumes man korrigieren möchte) spiralig mit speziellem (eloxierten) Aluminium- oder Weichgeglühtem Kupferdraht umwickelt und vorsichtig in Form gebogen.

Chokkan - Streng aufrecht
Moyogi - Frei aufrecht
(Chu) Shakan - (Mäßig) geneigt
Fukinagashi - Windgepeitscht
Han Kengai - Halbkaskade
Kengai - Kaskade
Bunjingi - Literatenform
Hokidachi - Besenform
Ikada - Floßform
Ishitsuki - Felsenform
Sekijoju - über Felsen
Negari - Wurzelstammform
Sokan - Zwillingsstammform
Yose-ue - Waldform
Bankan - Bankan-Form
Kabudachi - Mehrfachstammform
Netsuranagi – Kriechend

Chokkan - Streng aufrecht
Ein streng aufrechter Bonsai (jap. Chokkan) hat einen geraden, senkrechten Stamm, dessen Spitze sich genau über dem Wurzelansatz befindet. In der Natur sind solche Bäume meist in dichten bewaldeten Monokulturen zu finden, wo sie gleichmäßig Licht und Nährstoffe finden. Auch Windstille ist nötig.
Als Bonsai wird ein Chokkan meist selbst gezüchtet, da dort die Voraussetzungen eher gegeben sind. Aber auch durch Gestaltung kann ein schiefer Findling noch gerade werden

Fukinagashi - Windgepeitscht
Ein Windgepeitschter Bonsai (jap. Fukinagashi) kann beispielsweise aus einem Bonsai mit einem geraden, oder noch besser bereits geneigten Stamm entstehen oder weiter gestaltet werden. Die Vorbilder dieser Gestaltungsart finden sich etwa an der Küste, oder auf dem Scheitelpunkt eines Bergrückens. Selten sind auch in Steppengegenden Vorbilder zu finden, die durch die vorherrschenden rauen Windverhältnisse fast ausschließlich nach einer Seite wachsen können. Üblicherweise werden die Äste und Zweige bei einem im windgepeitschten Still gestalteten Bonsai fast ausschließlich in eine Richtung vom Stamm weg gestaltet. Die Neigungsrichtung des Stammes gibt normalerweise die Richtung nach der die Äste geformt werden vor. Bonsai dieser Stillart sollten eine gewisse Tragik verkörpern, die im wesentlichen durch das Entstehen ihrer großen Vorbilder in der Natur begründet ist. Dies kann zum Beispiel mit der Technik des Entrindens entstehen.

Bunjingi - Literatenform
Bonsai im Bunjingi-Stil zeichnen sich durch einen hohen, dünnen und meist elegant geschwungenen Stamm, wenig Äste und spärliche Belaubung aus.
Die Erscheinung beziehungsweise die Gestalt eines als Bunjingi gestalteten Bonsai muss sich nicht zwangsläufig auf ein Vorbild in der Natur beziehen, sondern kann vielmehr gleichgesetzt werden mit Poesie. Besonders Ästhetischen Bunjingi werden oft Gedichte oder Verse zugeordnet beziehungsweise auch nur für einen einzelnen Baum ein Gedicht oder Vers geschrieben. Unter Bonsaigestaltern und -künstlern gilt die Gestaltung eines Bunjingi als die Meisterschaft.

Ishitsuki - Felsenform
Man unterscheidet zwei Grundformen:

Baum auf den Fels gepflanzt
Bei dieser Form wächst der Baum auf einem Felsen, der wiederum meist auf einem wassergefüllten Tablett aufgestellt wird. Die Pflanze hat nur wenig Erde in einer Felsspalte oder Mulde zur Verfügung. Eine spezielle, kompakte, klebrige Erdmischung ist vonnöten, damit sie nicht fortgeschwemmt wird.

Baum über den Fels gepflanzt
Die Wurzeln umklammern den Fels und wurzeln in einem mit Erde gefüllten Pflanzgefäß. Man erreicht diese Form, indem man die Wurzeln des von Erde befreiten Baumes mittels Draht an dem Felsen fixiert und dann bis zum Wurzelansatz in einer tiefen Pflanzkiste oder einem Plastiksack einsetzt. Sukzessive wird die Erde von der Oberfläche entfernt. Sobald das gewünschte Ergebnis erreicht ist, kann der Baum mitsamt Felsen in eine Bonsaischale umgepflanzt werden.

Sekijoju - über Felsen
Baum über den Fels gepflanzt
Die Wurzeln umklammern den Fels und wurzeln in einem mit Erde gefüllten Pflanzgefäß. Man erreicht diese Form, indem man die Wurzeln des von Erde befreiten Baumes mittels Draht an dem Felsen fixiert und dann bis zum Wurzelansatz in einer tiefen Pflanzkiste oder einem Plastiksack einsetzt. Sukzessive wird die Erde von der Oberfläche entfernt. Sobald das gewünschte Ergebnis erreicht ist, kann der Baum mitsamt Felsen in eine Bonsaischale umgepflanzt werden.