Home | Sitemap | Impressum | Kontakt

Jahrbuch_eines Dreispitzahorns

Ich möchte auf unserer Homepage verschiedene Bäume vorstellen.

Es sind keine großartigen wissenschaftlichen Abhandlungen, sondern ich gebe hier einfach die Erfahrung wider, die ich mit der Pflege und Gestaltung der Bäume gemacht habe.

Hier sollten die grundlegendsten Bedürfnisse der Bäume vermittelt werden. Zur Beantwortung spezieller Fragen ist jeder herzlich eingeladen, zu unseren monatlichen Clubtreffen in Salzburg zu kommen oder eine Anfrage per Email zu senden.

 

Autor: Aigner(at)bonsai.info.at

Standort, Pflege und allgemeiner Kram

Der Dreispitzahorn (lat Acer buergerianum) ist ein sehr genügsamer und leicht zu pflegender Baum. Auch Anfänger, die schon einmal zumindest ein Buch über Bonsai in der Hand gehalten haben, brauchen keine Scheu vor diesen pflegeleichten Bäumen zu haben.

Am liebsten steht er im Sommer an einem sonnigen Platz im Garten. Gedüngt werden kann nach dem Ausreifen der Blätter im Frühjahr bis in den Herbst hinein. Im Juli und August nur sehr wenig düngen oder besser ganz aussetzen, wenn der Baum vollsonnig steht, da sonst Blattschäden auftreten können.

Im Winter bleiben die Bäume bei mir bis Ende Dezember draußen. Ich stelle sie mit der Schale an einen Platz wo sie vor Wind und Sonne geschützt sind. Wenn die Temperaturen unter -10 Grad absinken, stelle ich die Dreispitzahorne einfach in einen kalten Keller. Eine Garage tut es aber auch. Die Temperatur sollte im Bereich von -5 bis +5 Grad liegen. Da der Baum ja im Winter keine Blätter hat, braucht er auch kein Licht und kann völlig dunkel aufgestellt werden. Sobald die extremen Nachtfröste vorbei sind, kommen die Bäume wieder an einen vor Wind und Sonne geschützten Bereich im Freien.

Manche Bonsaianer lassen die Bäume den ganzen Winter im Freien stehen. Da bei uns die Temperaturen im Winter aber ohne weiteres auf knackige -20 Grad fallen können, gehe ich lieber auf Nummer sicher und stelle sie eben in den ungeheizten Keller. Das mache ich schon seit 15 Jahren so und es funktioniert bestens.

Wer so ähnliche Voraussetzungen bieten kann, der sollte sich unbedingt einen Dreispitzahorn zulegen. Mit kaum einem anderen Baum kann man den Wechsel der Jahreszeiten so farbenfroh und hautnah erleben.

Frühling

Schon im zeitigen Frühjahr (März) regt sich plötzlich Leben im Dreispitz. Die Knospen strecken sich und zartes Grün schiebt sich langsam aus den Knospen. An kräftig roten Blattstielen entwickeln sich dann langsam die Blätter in filigranem Frühlingsgrün. Wenn sich die Blätter zur Gänze entfaltet haben, kann mit dem Düngen begonnen werden.

 

 

Arbeiten im Frühling

Das Umtopfen der Bäume erfolgt von Februar bis April. Wenn sich an den Knospen die ersten grünen Spitzen zeigen, ist der richtige Zeitpunkt, um loszulegen.

Ob der Baum umgetopft werden muss, sieht man sofort. Meine Bäume hebt es spätestens nach 2 Jahren regelrecht aus der Schale. Ich bin immer wieder erstaunt, welche enorme Wurzelmasse die Bäume in so kurzer Zeit  bilden. Lange Wurzelbärte mit bis zu 70 cm hängen nach dem Auskämmen herunter.

Substrat

Zumindest meine Bäume fressen das Substrat regelrecht auf. Jedenfalls sieht man nur mehr Wurzeln und kein Substrat mehr, wenn der Baum aus der Schale genommen wird.

Meine Substratmischung besteht aus 70% Akadama, 20% Liapor und 10% Holzkohle.

Liapor dient nur dazu, das Substrat offen und wasserdurchlässig zu machen. Die Holzkohle ist nicht nur einfach billiges Füllmittel. Kann sein, dass ich mir das nur einbilde, aber die Wurzeln lieben die Holzkohle und außerdem sollte sie nach alter Überlieferung auch desinfizierende Wirkung nach dem Wurzelschnitt haben. Jedenfalls schadet es nicht und meine Bäume gedeihen prächtig.

Ich gebe die Holzkohle nur in die untere Substratschicht auf dem Schalenboden, damit man es nicht sieht. Die obere Deckschicht ist dann aus reinem Akadama.

Sommer

Sonne, Wind und Regen machen das Blatt kräftiger und die Farbe der Blätter ändert sich vom zarten Grün in immer kräftigeres Grün.

Während des Sommers wächst der Dreispitzahorn mit enormer Geschwindigkeit. Durch laufenden Schnitt kann man ständig an der Feinverzweigung arbeiten. Nach jedem Rückschnitt treibt der Baum willig wieder aus.

Wenn die Äste noch nicht die richtige Stärke haben, sollte man die Triebe 20 - 50 cm auswachsen lassen und erst dann wieder kräftig zurückschneiden. So nimmt die Dicke der Äste und Zweige am schnellsten zu.

Wenn der Baum schon fein verzweigt ist, schneidet man auf ein Knospenpaar zurück, sobald der Trieb 3-4 Blattpaare gebildet hat.

Gut gedüngte Bäume vertragen problemlos einen Blattschnitt ab Ende Juni bis Anfang August. Wichtig ist dabei, dass auch die Spitzenknospe entfernt wird, da sonst oftmals die weiter hinten liegenden Knospen nicht austreiben.

Herbst

Allmählich stellt der Dreispitzahorn im Oktober sein Wachstum ein. Wenn die Nächte wieder kühler werden, zeigen die Bäume ein berauschendes Farbenspiel. Die Herbstfärbung der Blätter beginnt.

Die Bäume sind für kurze Zeit dreifärbig. Die exponierten Blätter des Baumes werden zuerst rot und färben sich dann in knalliges Gelb, während die Blätter der inneren Äste noch im Sommergrün sind. Nach den ersten Nachtfrösten ist das Farbenspiel dann schnell vorbei. Der Baum wirft seine Blätter ab.

Winter

Der Dreispitzahorn ist einer der wenigen Laubbäume, die auch im Winter überzeugen. Im blattlosen Zustand zeigt er seine feine und filigrane Verästelung.

Ein unbeschreiblich schöner Anblick ist es, wenn sich auf den feinen Ast -Etagen beim ersten Schneefall kleine Hauben und Hügel aus Schnee bilden.

Bericht © erstellt am 24.2.2007 /Autor Herbert Aigner

Pflegeplan