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Steinpflanzungen

Man hat so seine Bäume, die in keiner Schale so richtig zur Geltung kommen. Entweder die Proportionen stimmen nicht, oder sie besitzen Abschnitte, die sich nicht gestalten lassen. Und deshalb sind sie in den Bonsairegalen oft in der zweiten oder dritten Reihe angesiedelt und fristen so ein eher unbeachtetes Bonsaidasein.

Auf der Suche nach Steinplatten für Beistellpflanzen, entlag eines Bachlaufes, findet sich dann ein Stein, der nach längerem drehen und betrachten genau für so einen Baum aus der dritten Reihe gemacht worden ist. (Bild 1)

Wie man bei diesem Stein sieht, bietet sich die rechte Seite ideal für eine Steinpflanzung an. Eine leichte Mulde, in der dann später der Baum gepflanzt wird und die Baumkrone über die erhöhte Stelle des Steines zu plazieren ist. Nach säubern des Steines mit einer Drahtbürste, kommen die verworfenen Steinlagen noch besser zum Vorschein. Die geben dem Stein dann noch mehr Dramatik.

Jetzt wird mit einem Steinbohrer die Löcher für die Befestigung der Drähte gebohrt. (Bild 2)  Den Draht zu einem "U" biegen (Bild 3) und in das gesäuberte Bohrloch einführen.

Um den Draht im Bohloch zu befestigen, nehme ich die Bleikugeln aus meiner Angelausrüstung. Die werden im Fischereibedarfs Fachhandel in einer Dose mit verschiedenen Kugeldurchmessern angeboten. Mit einem abgefeilten Nagel (Bild 4) werden dann mehrere dieser Bleikugeln in die Bohrung zwischen den Drähten getrieben bis sich das Bohloch gefüllt hat. (Bild 5)

Steinpflanzung einer Pinus parviflora

Nach dem befestigen der Drähte in den Bohrlöchern, wird der Baum auf den Stein gebunden. Die Anzahl der Befestigungen richtet sich natürlich nach dem vorhandenen Wurzelballen. Je besser der Baum auf dem Stein verankert ist, desto besser für ihn. (Bild 6)  Auch hier gilt wie beim topfen in der Schale: durchlässiges Substrat für Wasser und Sauerstoff. Anschließend wird der Wurzelballen noch mit Moos abgedeckt, um beim Gießen nicht gleich das ganze Substrat wegzuspülen. Das letzte Bild unten zeigt den fertig gepflanzten Baum. Ich finde, dass diese Pinus parviflora (P. pentaphylla - Mädchenkiefer) aus einer heimischen Baumschule nach fünf Jahren in der zweiten Reihe nun doch einen Platz in der fordersten Front bekommen wird. Die Entwicklung des Baumes wird natürlich in den nächsten Jahren hier veröffentlicht.

© Klement Michael