Home | Sitemap | Impressum | Kontakt

Sabamiki

Burghausen 2008

Sabamiki ausgehöhlter Stamm

Sind oft Bäume die durch verschiedene Ereignisse stark ausgehölt oder durch Blitzschlag gespalten sind. Auch können nur noch Stammfragmente übrig bleiben. Manchmal wird diese Stilrichtung bewusst eingesetzt, um das Alter eines Bonsais optisch zu fördern. Der Wurzelansatz (Nebari) spielt bei solchen Bäumen eine untergeordnete Rolle.

 

Bonsai

Burghausen 2004

Bonsai Das Wort stammt aus dem Japanischen: und bedeutet „Anpflanzung in der Schale“, chinesisch  pénjĭng, "Landschaft in der Schale" (pén „Schale“, jĭng, „Landschaft, Szene“).

Nach altem chinesischen Verständnis ist Bonsai die Kunst, eine Harmonie zwischen den Naturelementen, der belebten Natur und dem Menschen in miniaturisierter Form darzustellen: Die belebte Natur wird hierbei meist durch einen Baum dargestellt. Die Naturkräfte vertritt – nach einem anderen Ausdruck für Landschaft, shānshuĭ (wörtlich) „Berg und Wasser“ – ein Stein und feiner Kies (der traditionell in Gärten Wasser symbolisiert). Der Mensch wird in Form seines Werks, einer Pflanzschale, dargestellt. Nur der Einklang dieser drei Elemente macht einen gelungenen Bonsai aus.

Im westlichen – vom weltanschaulichen auf das rein formal-ästhetische reduzierten – Verständnis bezeichnet das Wort den Bonsai-Baum:

Dieser ist ein in einem Pflanzgefäß gezogener Baum, der durch Kulturmaßnahmen (Formschnitt, Wurzelschnitt, Blattschnitt, Drahtung) klein gehalten wird und in künstlerischer Gestaltung in eine gewünschte Wuchsform gebracht wird. Diese folgt den Prinzipien des Wabi und Sabi der Zen-Kultur und den - teils konfuzianisch, teils taoistisch beeinflussten – Baumdarstellungen der klassischen chinesischen Malerei. In Japan werden Bonsai im Garten oder in der Tokonoma, einer gestalterisch hervorgehobenen Nische im Zimmer aufgestellt. Bonsaibäume können bei guter Pflege viele hundert Jahre alt und sehr wertvoll werden.

 

Nebari

Nebari in Arco 2005

Nebari bezeichnet beim Bonsai den sichtbaren Wurzelbereich von der Substratoberfläche bis zum Stammansatz. Es ist eines der wichtigsten Merkmale eines Bonsai.

Für die richtige optische Wirkung des Nebari ist es notwendig, dass die stammnahen Wurzeln nur teilweise von Substrat bedeckt sind und erst im weiteren Verlauf gänzlich in der Erde verschwinden.

 

Kanuma

Kanuma - Körnung bis 5 mm

Kanuma ist ein saures mineralisches Granulat, dass besonders gut für Azaleen und andere Moorbeetpflanzen geeignet ist. Auch ist der ph-Wert niedriger als bei Akadama (4.5-5).  Kanuma kann pur oder in Kombination mit anderen Bonsaisubstraten verwendet werden. Kanuma wird in größeren Einheiten angeboten (meist 16l von  0-8 mm) und kann durch sieben in die jeweilige Körnung gebracht werden.

 

Kokedama

Sammlung Auer

Kokedama  Koke = Moos, dama = Ball

Aus Akadama und Keto formt man unter Zugabe von Wasser einen Ball. Die Pflanze wird in diese Mischung eingepflanzt und rundherum mit Moos bedeckt. Das ist zwar der einfachste Weg zu einem Grasbonsai zu kommen, aber das Produkt kann sich schon von Anfang an sehen lassen.

 

Keto

Keto

Keto ist ein japanischer Schwarztorf, der besonders gute Bindungseigenschaften besitzt. Verwendet wird Keto pur oder mit anderen Substraten gemischt. Akadama, dass beim Sieben überbleibt, wird als häufigstes Zusatzsubstrat verwendet. Durch die fast Plastelin ähnlichen Eigenschaften, eignet sich Keto besonders gut für Steinpflanzungen und Kusamono (Grasbonsai).

 

Kiryu

KIRYU - Körnung 5 mm

Kiryu ist ein aus Japan importiertes Substrat und ist besonders für Pinus- und Juniperusarten geeignet. Vereinzelt wird es auch als Vitaminerde bezeichnet. Es kann auch als Beimischung zu anderen Substraten verwendet werden und hilft sehr bei geschwächten Nadelbäumen. Angeboten werden 15l-17l Einheiten die dann noch gesiebt werden müssen. Auch 2l Einheiten gibt es im Fachhandel, aber der Preis.........

 

Kusamono

Hosta Pandoras Box - Sammlung W. Putz

Kusamono  Kusa = Gras, mono = Ding

Gepflanzt können mehrere oder auch nur eine Pflanze werden. Kombinationen aus Gräsern und blühenden Pflanzen können einen sehr wirkungsvollen Eindruck hinterlassen. Als Pflanzgefäße dienen Steine, Bambusrohre, Keramikscherben, Ziegel oder eigens gefertigte Beistellschalen. Bevor ein Kusamono mit einem Bonsai oder in einer Tokonoma mit Rollbild präsentiert wird, sollten alle braunen Halme und verwelkte Blüten entfernt werden. Die Oberfläche ist mit Moos oder Kies abzudecken.

 

 

 

 

 

Akadama

Akadama grob

Akadamaerde ist eine für Bonsai verwendete Erde, die aus Lehmkrümeln besteht. Sie wird in Japan hergestellt. Sie hat eine körnige Form, die sie einige Jahre beibehält. Wegen der grobkrümeligen Struktur bildet sich keine Staunässe, die den Baum durch Wurzelfäule gefährden kann.

Bei Akadama handelt es sich um eine anorganische Erde, d.h. dass sie keine bzw. sehr wenig organische Bestandteile enthält. Verwendet wird diese Erde insbesondere für ältere Exemplare, die nicht mehr viel an Stammdicke zulegen, dafür aber feine Verästelungen und kleine Blätter bilden sollen. Ältere Bonsai sind auch etwas stärker von Wurzelfäule gefährdet, da sie meistens nicht dieselben regenerativen Fähigkeiten besitzen wie junge Bäume.

Ein in der Bonsaipflege nicht mehr wegzudenkendes Substrat ist Akadama - übersetzt die Rote Erde.

Natürlicherweise kommt Akadama auf der Insel Honshu (Berg Akayi - Nähe Tokyo) vor und wird dort abgebaut und in alle Welt exportiert. Es ist ein leicht gebranntes Lehmgranulat mit einer, wie der Name schon sagt, roten bis rotbraunen Farbe.

Hier kommst du zu den Eigenschaften von Akadamaerde.

 

Nearai

Zwerg-Aruncus mit Equisetum auf einem Lavastein (Sammlung: Auer Othmar)

Nearai
Ne=Wurzel  Arai=gewaschen, ausgewaschen

Sind Beistellpflanzen die vorerst in einer Schale gezogen werden und dann auf einer Steinplatte oder Holzscheibe ausgestellt werden. Dabei sollte keine Erde sichbar sein. Da nur sehr gereifte Pflanzen genommen werden hat sich schon ein kräftiger Wurzelballen gebildet. Dieser wird mit Moos abgedeckt. Bei dieser Kultivierungsart entfällt das jährliche umtopfen.

 

 

Suiseki

Suiseki von Klement M.

Suiseki  setzt sich aus den japanischen Wörtern Sui (= Wasser) und seki (= Stein) zusammen. Geläufig ist ebenfalls die Bezeichnung als chinesischer Gelehrtenstein (chin. gōngshí).

Vor etwa 2000 Jahren begannen die Chinesen Gelehrtensteine in der hohen Beamtenschaft und in Künstlerzirkeln gemeinsam mit Kalligraphien und Bildern auszustellen, weshalb Suiseki eigentlich ein Aspekt der chinesischen Kunst ist. Ab dem 6. Jahrhundert übernahmen die Koreaner und Japaner die Suiseki-Kunst. Kleinere Gelehrtensteine befinden sich meistens in Innenräumen, größere Steine nehmen besonders in der chinesischen Gartenkunst eine zentrale Rolle ein.

Suiseki werden in der Regel auf zwei verschiedene Weisen präsentiert:

  1. Der Stein wird mit einem Holzsockel (Daiza, Dai) versehen.
  2. Der Stein wird in ein wasserdichtes Tablett oder Schale aus Keramik (Suiban) oder Bronze (Doban) gelegt.


Bei diesen Steinen handelt es sich nicht um irgendwelche Steine, es müssen ausdrucksstarke Steine mit besonderer Form, Farbe und Textur sein. Man unterscheidet zwischen Landschafts- und Objektsteinen. Erstere spiegeln Landschaften wie Berge, Seen oder Flüsse wieder, während Objektsteine Formen besitzen, die an Tiere oder Skulpturen erinnern. Die Steine sind natürlichen Ursprunges und werden in Flüssen, Meeren sowie Karstgebieten gefunden und dürfen nicht weiter vom Menschen bearbeitet worden sein.

Weitere Info zu "Suiseki" findet Ihr unter:
2006-05 Arco Suiseki Bildergaleri aus Arco von wunderschönen Suiseki
Geschicht Allgemeine Einführung in die Geschichte um den Bonsai und Suiseki-Bilder

 

Suiban

Arco 2005

Suiban ist eine sehr flache Schale oder Tablett ohne Wasserabzugslöcher und sehr niedrigem Rand. Besonders gut eignet sich ein Suiban zum präsentieren von Suiseki. Hier wird die Schale mit feinem, gesiebten Granulat gefüllt. Diese helle Fläche symbolisiert je nach Steinart einen großen Ozean oder eine weite Ebene. Die Größe eines Suibans sollte normalerweise zwei- bis dreimal die Steinbasis haben und der Suiseki sollte dann asymmetrisch auf der Linie des goldenen Schnittes zu liegen kommen. Auch kann man die Schale (Suiban) mit Wasser oder Wasser und Granulat füllen. Hierbei wird immer eine große Wasserfläche symbolisiert. Meistens ist der Suiban aus Keramik, aus Bronze nennt man ihn Dhoban.

 

Tokoname

Tokoname - eine Seitengasse

Tokoname ist eine Stadt an der Westküste der Halbinsel Chita, Präfektur Aichi, und liegt im zentralen Teil von Japan. Bekannt wurde Tokoname durch seine schon über tausend Jahre alte Tradition in der Keramikherstellung. Neben Seto, Shigaraki, Echizen, Tamba und Bizen ist Tokoname eine der sechs großen Töpferstädte in Japan. Ausser Keramik ist Tokoname auch berühmt für den Anbau von Nori (eine Art Seetang) und Fischereierzeugnisse. Die hügeligen Gebiete um Tokoname sind bekannt für Reis und landwirtschaftliche Produkte. Das Klima ist mild. Im Februar 2005 hat der International Airport (Centrair) eröffnet und ist damit eine Drehscheibe im japanischen Flugverkehr.

Daten der Stadt Tokoname: (Stand 1.April.2006)

  • Einwohner: 52301 (714 registrierte Ausländer)
  • Fläche: 55,63 km²
  • Lage: N 34’53”  O 136’50”
  • Stadt Baum: Japanische Schwarzkiefer
  • City Blume: Camelia Sasanqua

 

 

Tokonoma

Tokonoma (jap. 床の間) sind ein essentielles Element der traditionellen japanischen Innenarchitektur. Dabei handelt es sich um kleine ebenerdige oder leicht erhöhte, etwa 50 cm tiefe und 1-2 m breite Nischen oder fensterlose Erker. Sie dienen rein dekorativen Zwecken und werden typischerweise mit einer senkrecht hängenden Schriftrolle oder einem Ikebana-Arrangement ausgestaltet.

Tokonoma sind in der Regel in Washitsu, mit Tatami (Reisstrohmatten) ausgelegten traditionellen japanischen Zimmern, zu finden. Sie entstanden während der Muromachi-Zeit (14. bis 16. Jahrhundert) und sind buddhistischen Ursprungs.

In Japan wird ein sich nicht am Haushalt beteiligender Ehemann oft scherzhaft als „Tokonoma-Schmuck“ bezeichnet.

Internodien

Internodium von lateinisch inter - zwischen und nodus - Knoten

Als ein Internodium oder internodales Segment bezeichnet man bei einer Pflanze den Teil einer Sprossachse, der zwischen zwei Knoten (den Ansatzstellen der Blätter) liegt. Bei Bonsai versucht man die Internodien so kurz wie möglich zu halten.

 

Yamadori

Yamadori - Pinus cembra

Yamadori sind in der Wildnis ausgegrabene und von der Natur geformte Bäume, die in einer Schale weiterbearbeitet und so zu Bonsai gestaltet werden. Eine Vielzahl hervorragender Findlinge sind durch ihr hohes Alter und ihre bizarre Form geeignet ein Bonsai zu werden. Übersetzt aus dem Japanischen heißt Yamadori:  .....Pflanzen in den Bergen sammeln. Normalerweise dauert es 5-10 Jahre um aus einem Findling einen brauchbaren Bonsai zu formen. Für Anfänger ist diese Art seine Sammlung zu vergrößern nicht ratsam, da es viel Kenntnis der Materie erfordert.

 

Jin

Arco 2005 - Juniperus

Jin  Es kommt immer wieder vor, dass Bäume in der Natur tote, abgestorbene Äste haben. Beim Bonsai hilft man sich damit, durch künstlich erzeugte tote Äste dem Baum ein noch älteres Ausschauen zu geben. Beim Gestalten eines Bonsai lässt man diese Entrindungstechnik und künsliches Altern durch auftragen von Jinmittel, einfliesen. Dieses soll den Eindruck eines alten, verwitterten Holzes hervorrufen.